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Allgemeines

Cheyenne River ist eine von 9 Reservationen in South Dakota (drei davon sind Stammesgebiete ohne direkte Grenzen) und das neuntgrößte Reservat in den Vereinigten Staaten- mit einer Fläche, die ungefähr der Hälfte von Hessen entspricht. Es ging 1889 aus der Great Sioux Reservation hervor, die sich als zu groß erwiesen hatte und deshalb in mehrere Territorien geteilt wurde.
Benannt ist sie nicht nach dem Stamm der Cheyenne, sondern nach dem Cheyenne River, der die südliche Grenze der Reservation bildet.


Willkommen in Eagle Butte

 

Bevölkerung

Auf der Reservation leben hauptsächlich Mitglieder des Stammes der Lakota. Zusammen mit den Dakota und den Nakota werden sie gemeinhin als „die Sioux“ bezeichnet. Ein Name, den sie selbst nicht mögen. Nicht nur, weil er ihnen von den Weißen aufgedrückt wurde, sondern auch, weil sie sich nicht als die Einheit empfinden, als die sie aufgrund dieser Sammelbezeichnung verstanden werden. Obwohl es sprachliche Gemeinsamkeiten und eine gemeinsame Herkunft gibt.
Von den ca. 15 000 Bewohnern Cheyenne Rivers sind rund 2 600 weiß.

 

Politische Struktur

Die Indianer sind amerikanische Bürger mit allen Rechten und Pflichten. Trotzdem genießen Reservation und Stamm eine gewisse politische Souveränität als eine Art Staat im Staate. Der Tribal Chairman hat den Status eines Gouverneurs, der Stammesrat den eines Parlaments. Der Stamm hat das Recht, eigene Gesetze und Verordnungen zu beschließen und diese mit Hilfe eigener Polizei und des eigenen Justizwesens durchzusetzen. Allerdings handelt es sich dabei hauptsächlich um Gesetze geringerer Wichtigkeit. Begeht ein indianischer Bewohner auf der Reservation ein Verbrechen, darf er nur von der Stammespolizei verhaftet und dem eigenen Gericht abgeurteilt werden. Bei einem Kapitalverbrechen kann der Täter allerdings unter Umständen auch an das FBI ausgeliefert werden.

Nichtindianische Bewohner des Reservats dagegen können sowohl von indianischen als auch föderalen Behörden verfolgt und bestraft werden. Begeht ein Indianer von Cheyenne River außerhalb des Reservates eine Straftat, steht er nicht unter dem Schutz der Stammesgerichtsbarkeit. In diesem Fall haben föderale Behörden von Anfang an das Zugriffsrecht. Verurteilung und Straffabbüßung erfolgen dann dort, wo die Straftat begangen wurde.

 

Infrastruktur

Trailerhäuser in Eagle Butte

Durch die Reservation führt der Highway 212, der einen großen Teil der USA von Ost nach West durchquert. Öffentliche Transportmittel gibt es nicht, ein Auto ist aufgrund der weiten Entfernungen unabdingbar. Allerdings ist Trampen hier eine weitverbreitete Gewohnheit.
Der nächste Flughafen ist in Pierre, ca. eineinhalb Autostunden entfernt. In Pierre gibt es auch eine Haltestelle der Greyhound- Buslinie, die sowohl Minneapolis als auch Rapid City anfährt.
Eagle Butte ist das Zentrum der Reservation, hier befinden sich der Sitz der Stammesregierung sowie alle anderen wichtigen Einrichtungen wie Krankenhaus, Bank, Telefonbehörde usw.
Außerdem gibt es weitere Kommunen, die im großen Umkreis verstreut liegen, meistens aus nur wenigen Häusern bestehen und über unbefestigte Straßen- sogenannte dirt roads- erreichbar sind.


Karte der Reservation

 

Ökonomie

Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, insbesondere Rinderhaltung. Besonderer Stolz des Stammes ist ein seit mehreren Jahren erfolgreich laufendes Büffelzuchtprogramm. Produzierende Industrie gibt es keine.
Hauptarbeitgeber sind die verschiedenen Stammesbehörden.

Die Arbeitslosigkeit auf der Reservation ist sehr hoch, die angegebenen Zahlen schwanken zwischen 65 % und 85 %. Die Folge: über die Hälfte der indianischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze und hauptsächlich von Sozialhilfe und Lebensmitteln aus einem staatlichen Programm. Das jährliche Pro- Kopf- Einkommen entspricht lediglich einem Drittel des Verdienstes eines durchschnittlichen amerikanischen Bürgers.

 

Kultur und Kunst

Kultur und Traditionen
In den Sommermonaten finden auf den Reservationen an fast jedem Wochenende mehrtägige Pow Wows statt. Traditionelle Tanzwettbewerbe, bei denen in verschiedenen Kategorien und Altersgruppen teilweise recht hohe Geldbeträge gewonnen werden können. Pow Wows sind aber vor allem soziale Ereignisse, zu denen sich Freunde und Verwandte für mehrere Tage treffen. Und sie sind Anlässe für verschiedene Zeremonien wie Adoptionen, Namensgebungen oder Ehrungen. Familienmitglieder, Tänzer, Trommler und Sänger kommen oft von Reservationen außerhalb South Dakotas und campen dann in einem großen Lager rings um den Pow Wow Ground.

Obwohl viele Indianer Christen sind, werden alte Traditionen noch praktiziert bzw. es gibt Versuche, diese wiederzubeleben. Dazu gehört beispielsweise die Inipi- Zeremonie in einer Sweat Lodge (Schwitzhütte)- die Reinigung von Körper und Geist.
Auf Cheyenne River lebt auch noch die wichtigste aller Sioux- Zeremonien: der Sonnentanz. Am Sundance kann man aus verschiedenen Gründen teilnehmen: um eine besondere Bitte an Gott zu richten, um seine Dankbarkeit für die Gewährung einess Wunsches auszudrücken; oder man tanzt für jemanden, der zu alt oder zu krank ist und deshalb nicht selbst teilnehmen kann. Die Tänzer bekommen die Brust gepierct; durch die Wunde wird ein Seil gezogen, dessen anderes Ende mit einem in der Mitte stehenden Baum verbunden wird. Die Männer müssen sich befreien, indem sie so lange tanzen, bis das Seil aus der Brust reißt. Eine andere Variante ist das Piercen des Rückens und das Befestigen eines (oder mehrerer Büffelschädel), den der Tänzer dann so lange hinter sich herzerrt, bis die Wunde durchgerissen ist. Auch Frauen können am Sonnentanz teilnehmen. Sie lassen sich kleine Fleischstückchen aus den Oberarmen schneiden. Diese Zeremonie war lange verboten, wurde aber - vor allem auf Pine Ridge- heimlich weitergeführt.

Eine alte Lakota- Legende erzählt von der Weißen Büffelkalbfrau, die vor langer Zeit vom Himmel herabstieg und den Stämmen eine heilige Pfeife brachte. Diese Pfeife besitzt eine große Kraft, heißt es. Sie darf nur dann geraucht und zum Beten genutzt werden, wenn sich die Menschen in einer Notsituation befinden und nicht mehr anders weiter wissen. Ansonsten muß sie an einem sicherem Ort aufbewahrt werden, damit ihre Macht nicht mißbraucht werden kann. Sie ist der heiligste Gegenstand aller Sioux- Indianer. Seit nunmehr 19 Generationen wird sie von einer Familie gehütet, die in Green Grass auf der Cheyenne River Sioux Reservation lebt.

Leider haben viele Lakota nur noch wenig Interesse an den Traditionen ihres Volkes. Die Kinder lernen in der Schule zwar ihre Muttersprache, aber außer von der älteren Generation wird diese kaum noch gesprochen. Die Gründe für den Verlust der kulturellen Identität sind vielfältig. Sie reichen von Scham über die indianische Herkunft und dem Wunsch nach Anpassung bis zum alltäglichen Überlebenskampf, der viele Menschen lethargisch und illusionslos macht.

Kunst
Viele Indianer bessern ihre knappe Haushaltskasse auf, indem sie künstlerische oder traditionelle kunsthandwerkliche Arbeiten anfertigen und an Touristen oder Händler verkaufen.
Unter diesen Arbeiten sind nicht selten Stücke von exzellenter Qualität.

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Geographisches und Sehenswertes

Badlands

Die Landschaft der Reservation ist geprägt von der Weite der Prärie, über der sich ein greifbar naher und doch unendlicher Himmel spannt. Gewitter, Sonnenuntergänge und Stürme sind nirgendwo schöner und gewaltiger als hier...
Außer dem Lake Oahe, entstanden duch die Anstauung des Missouris, gibt es auf der Reservation keine direkten Ausflugsziele- es gilt die alte Weisheit „Der Weg ist das Ziel“.

Gut und schnell erreichbar sind die Badlands, Wounded Knee ( 1890 Schauplatz eines der schlimmsten Massaker in der amerikanischen Geschichte), Bear Butte (heiliger Berg der Lakota), die Black Hills ( u.a. mit Mount Rushmore, aber auch hervorragend zum Wandern), Pierre ( Hauptstadt des Bundesstaates) und Rapid City (eine der größten Städte South Dakotas). Längere Ausflüge sind auch zum Custer Battlefield in Montana ( Schlacht am Little Big Horn) und zum Devils Tower in Wyoming (berühmter Berg) möglich. Das Klima ist kontinental- heiße Sommer und kalte Winter.

 

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