Nichtindianische Bewohner des Reservats dagegen können sowohl von indianischen als auch föderalen Behörden verfolgt und bestraft werden. Begeht ein Indianer von Cheyenne River außerhalb des Reservates eine Straftat, steht er nicht unter dem Schutz der Stammesgerichtsbarkeit. In diesem Fall haben föderale Behörden von Anfang an das Zugriffsrecht. Verurteilung und Straffabbüßung erfolgen dann dort, wo die Straftat begangen wurde.
 
Die Arbeitslosigkeit auf der Reservation ist sehr hoch, die angegebenen Zahlen schwanken zwischen 65 % und 85 %. Die Folge: über die Hälfte der indianischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze und hauptsächlich von Sozialhilfe und Lebensmitteln aus einem staatlichen Programm. Das jährliche Pro- Kopf- Einkommen entspricht lediglich einem Drittel des Verdienstes eines durchschnittlichen amerikanischen Bürgers.
 
Obwohl viele Indianer Christen sind, werden alte Traditionen noch praktiziert bzw. es gibt Versuche, diese wiederzubeleben. Dazu gehört beispielsweise die Inipi- Zeremonie in einer Sweat Lodge (Schwitzhütte)- die Reinigung von Körper und Geist.
Auf Cheyenne River lebt auch noch die wichtigste aller Sioux- Zeremonien: der Sonnentanz. Am Sundance kann man aus verschiedenen Gründen teilnehmen: um eine besondere Bitte an Gott zu richten, um seine Dankbarkeit für die Gewährung einess Wunsches auszudrücken; oder man tanzt für jemanden, der zu alt oder zu krank ist und deshalb nicht selbst teilnehmen kann. Die Tänzer bekommen die Brust gepierct; durch die Wunde wird ein Seil gezogen, dessen anderes Ende mit einem in der Mitte stehenden Baum verbunden wird. Die Männer müssen sich befreien, indem sie so lange tanzen, bis das Seil aus der Brust reißt. Eine andere Variante ist das Piercen des Rückens und das Befestigen eines (oder mehrerer Büffelschädel), den der Tänzer dann so lange hinter sich herzerrt, bis die Wunde durchgerissen ist. Auch Frauen können am Sonnentanz teilnehmen. Sie lassen sich kleine Fleischstückchen aus den Oberarmen schneiden. Diese Zeremonie war lange verboten, wurde aber - vor allem auf Pine Ridge- heimlich weitergeführt.
Eine alte Lakota- Legende erzählt von der Weißen Büffelkalbfrau, die vor langer Zeit vom Himmel herabstieg und den Stämmen eine heilige Pfeife brachte. Diese Pfeife besitzt eine große Kraft, heißt es. Sie darf nur dann geraucht und zum Beten genutzt werden, wenn sich die Menschen in einer Notsituation befinden und nicht mehr anders weiter wissen. Ansonsten muß sie an einem sicherem Ort aufbewahrt werden, damit ihre Macht nicht mißbraucht werden kann. Sie ist der heiligste Gegenstand aller Sioux- Indianer. Seit nunmehr 19 Generationen wird sie von einer Familie gehütet, die in Green Grass auf der Cheyenne River Sioux Reservation lebt.
Leider haben viele Lakota nur noch wenig Interesse an den Traditionen ihres Volkes. Die Kinder lernen in der Schule zwar ihre Muttersprache, aber außer von der älteren Generation wird diese kaum noch gesprochen. Die Gründe für den Verlust der kulturellen Identität sind vielfältig. Sie reichen von Scham über die indianische Herkunft und dem Wunsch nach Anpassung bis zum alltäglichen Überlebenskampf, der viele Menschen lethargisch und illusionslos macht.
Kunst
Viele Indianer bessern ihre knappe Haushaltskasse auf, indem sie künstlerische oder traditionelle kunsthandwerkliche Arbeiten anfertigen und an Touristen oder Händler verkaufen.
Unter diesen Arbeiten sind nicht selten Stücke von exzellenter Qualität.
 
Gut und schnell erreichbar sind die Badlands, Wounded Knee ( 1890 Schauplatz eines der schlimmsten Massaker in der amerikanischen Geschichte), Bear Butte (heiliger Berg der Lakota), die Black Hills ( u.a. mit Mount Rushmore, aber auch hervorragend zum Wandern), Pierre ( Hauptstadt des Bundesstaates) und Rapid City (eine der größten Städte South Dakotas). Längere Ausflüge sind auch zum Custer Battlefield in Montana ( Schlacht am Little Big Horn) und zum Devils Tower in Wyoming (berühmter Berg) möglich. Das Klima ist kontinental- heiße Sommer und kalte Winter.