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! NO WAR !
San Francisco, Januar 2003

 

Seit dem 6. November 2002 bin ich wieder in Eagle Butte und werde hier bis Anfang März 2003 bleiben. Überwintern sozusagen.
Es wird sicher eine spannende Zeit- mit Ereignissen wie Thanksgiving, Weihnachten, Silvester...
Ganz zu schweigen vom kalten, harten Winter.

Deshalb habe ich mir gedacht, daß es vielleicht interessant sein könnte, ab und an für diese Seiten ein paar Notizen zu schreiben, eine Art „Wintertagebuch“. Da ich dazu aber auf die Computer der örtlichen College- Bibliothek angewiesen bin, kann das etwas unregelmäßig werden. A) gehen die nämlich nicht immer und B) ist die Bibo erfahrungsgemäß manchmal auch dann geschlossen, wenn sie eigentlich geöffnet sein müßte. Aber so ist das eben- wenn die Bibliothekare keine Lust haben, kommen sie nicht.
Auf alle Fälle werde ich es versuchen. Deshalb: Dran bleiben und immer wieder mal reinschaun :-)

 

14. November

Jetzt bin ich seit ungefaehr einer Woche wieder in Eagle Butte.
Es hat sich kaum etwas verändert in den vier Monaten, die ich nicht hier war.
Anfang August ist eine Kirche an der Main Street bis auf die Grundmauern abgebrannt. Viele Leute hat das sehr geschmerzt. Nicht so sehr der Verlust als Gotteshaus, sondern weil es eines der ältesten Gebäude der Stadt war, mehr als 100 Jahre alt. Und weil es dort seit langem eine Suppenkueche fuer die Beduerftigen gab. Urspruenglich stand die Kirche am Missouri und gehoerte zur “Old Agency”, der alten Indianeragentur. So, wie man es aus Indianerfilmen kennt. Ende der 50er Jahre war das Gebäude nach Eagle Butte transportiert worden, weil die Regierung beschlossen hatte, am Missouri einen Damm zu bauen. Ein Teil des fruchtbaren Landes entlang des Flusses- das beste Land, das es es weit und breit gibt- wurde einfach so einem Stausee geopfert. Aber es gehoerte ja auch “nur” den Lakota, und die hatten in dieser Angelegenheit wenig zu melden. Um nicht zu sagen ueberhaupt nichts. Sie wurden von dem geplanten Bau erst benachrichtigt, nachdem er von sämtlichen Behoerden bereits beschlossen und genehmigt worden war. Fuer die Indianer in dem entsprechenden Gebiet hieß es dann wieder einmal: umsiedeln. Mit ihnen gingen die Agentur und die Kirche. Vielleicht waren die Menschen deshalb so mit ihr verbunden- sie war ein Teil ihrer Geschichte von Verlust und Vertreibung.

Die verlorene Kirche ist allerdings nahezu bedeutungslos im Angesicht der vielen Selbstmorde, die es in diesem Sommer gegeben hat. Duchschnittlich ist auf der Reservation ein Suizid pro Monat “normal”, doch in den drei Somermonaten haben sich in diesem Jahr 8 Menschen das Leben genommen. Und von einem abgesehen, waren es alle Jugendliche. Auf einen “erfolgreichen” Selbstmord rechnet man hier mindestens 5 Versuche, macht alles in allem fast 50 Selbstmordversuche in 3 Monaten. Was koennte mehr ueber die Verfassung der Menschen aussagen als diese Statistik...

 


 

1. Dezember


Es hat geschneit!

Thanksgiving ist gelaufen, und so langsam kehrt hier wieder alles in seine geordneten Bahnen zurueck. Nur der Bibliothekscomputer ist leider seit einigen Tagen ausgestiegen- keine Verbindung zum Server herzustellen. Da muß eben alles erstmal auf Diskette… Die Woche vor Thanksgiving war ziemlich vollgepackt. Eine Schuelergruppe aus Winsconsin- alles Jungs- war fuer einige Tage im Main. Dank der zahlenmäßigen Verstärkung haben wir die monatliche Geburtstagsparty fuer die November- Geburtstagskinder (zu der natuerlich auch alle anderen kids eingeladen sind!) ueber die Buehne gebracht. Geburtstagsparties enden meist in heillosem Chaos und verursachen Gehoerschäden und unglaubliche Muellberge. Aber die Kinder haben dabei so viel Spaß, daß es das absolut wert ist.

Einen Tag nach der Party gab es ein weiteres “Großevent” im Main: Das jährliche Thanksgiving- Dinner fuer alle Kinder und deren Angehoerigen. Dummerweise kann man vorher nie genau einschätzen, wieviele Leute zu solchen Veranstaltungen kommen, weshalb die Kocherei immer eine Art Russisches Roulette darstellt. Es koennen 20 Esser sein, aber auch 200. Kostenlose “Speisungen” sprechen sich hier immer schnell herum, und entsprechend viele Leute kommen dann meistens auch… Nach dem Motto “Lieber zuviel als zuwenig” kochten wir deshalb 10 Truthähne (verteilt auf 5 verschiedene Herde in 5 verschiedenen Haushalten), dazu Berge an Kartoffelbrei und Mais. Als Dessert eine in keinem Rezeptbuch stehende Sueßspeise, die zwar das Wort “Pistazien” im Namen hat, aber hauptsächlich aus Marshmallows, Schlagsahne und Dosenobst besteht. Dazu natuerlich den unvermeidlichen, legendären Pumpkin Pie mit Bergen von Schlagsahne.
Es waren mindestens 70 Leute da. Wahrscheinlich sogar mehr. Unsere “Tuersteher” hatten nach einer Stunde die Uebersicht verloren und es aufgegeben, die uebliche Anwesenheitsliste weiter auszufuellen. (Wir fuehren die Liste täglich, um den Sponsoren Zahlen vorweisen zu koennen, wie das Projekt monatlich und jährlich frequentiert wird.)

Das eigentliche Thanksgiving- Fest war dann einige Tage später. Es wird immer am letzten Donnerstag im November begangen und ist der wichtigste Feiertag in den USA. Ein richtig großes Familienfest und sogar noch bedeutender als Weihnachten. Der “Turkey Day” (Truthahn Tag) ist ein wahres Fressfest, und ich bin ehrlich gesagt froh, daß es ihn bei uns in Deutschland nicht gibt- innerhalb eines Monats zwei solcher “ergibigen” Feiertage, das hält doch kein Mensch auf die Dauer durch! Einige Tage vor dem Fest waren auf der Reservation zwei Truckladungen gefosteter Truthähne abgeladen worden. Insgesamt 3000 Stueck!! Verteilt wurden sie ueber die sogenannte Food Pantry. Das ist eine Einrichtung, die kostenlos Lebensmittel an Beduerftige ausgibt (sprich an nahezu jeden hier…). Meistens Dosennahrung, Kartoffelchips und ähnliche “gesunde” Kost, aber manchmal auch ganz ordentliche Dinge.
Zur Verfuegung gestellt wird alles von einer Organisation namens Christian Relief Service.
Auch das Main bekommt regelmäßig Nahrungsmittel von Christian Relief.

Betrachtet man die Urspruenge des Festes, ist es wohl eher eine bizarre und ironische Angelegenheit, Thanksgiving auf einer Indianerreservation zu verbringen: Als die ersten weißen Siedler- es waren Pilger- an der amerikanischen Ostkueste landeten, drohte ihnen nach kurzer Zeit der Hungertod. Doch die Indianer brachten ihnen Nahrung und retteten ihnen so das Leben. Die Weißen bedankten sich, nachdem sie ihre erste Ernte eingebracht hatten, und luden die Indianer zu einem großen Fest ein. Es gab jene Speisen, die bereits seit Jahrhunderten von den Indianern der Ostkueste angebaut wurden- Mais, verschiedene Kuerbisarten, Bohnen, aber auch Kartoffeln. Dazu Truthahn, der in großer Zahl wild vorkam. Nach diesem Fest hoerte es dann bekannterweise aber auch schon auf mit der Dankbarkeit… Nur Thanksgiving samt der traditionell servierten Nahrungsmittel etablierte sich irgendwie… Und kaum sind die Turkeys aufgegessen, fällt hierzulande mit aller Macht der Startschuß fuer’s nächste Fest: Weihnachten!

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4. Dezember


Winter in Eagle Butte

Okay, der Server in der Bibliothek ist immer noch im Eimer, also nix mit Internet. Vielleicht liegt es ja an der Kälte… (Naja, war mehr ein Scherz…) Seit einigen Tagen ist es aber wirklich ganz schoen kalt, das Thermometer schafft es nicht mehr ueber die 0 Grad- Marke. Fahrenheit, wohlgemerkt. 0 Grad Fahrenheit sind minus 18 Grad Celsius, ganz ordentlich also. Da frieren einem fast die Wimpern an den Augen an…
Es hat auch etwas geschneit ( allerdings noch nicht so viel wie auf den Fotos, die aus dem vergangenen Winter stammen), und der ständige Wind pustet unzählige winzigkleine Eiskristalle durch die Gegend. Sie glitzern in der Sonne, es ist wunderschoen. Eine Freiwillige hat erzählt, daß es vergangenes Jahr um Weihnachten herum fast minus 20 Grad Fahrenheit waren. Da heb ich mir wohl besser noch ein paar Pullover zum Drunterziehen auf…

 

 

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19. Dezember

Normalerweise spielen hier die Kinder

Ich habe völlig die Orientierung verloren, was für einen Wochentag wir haben. Seit wir am vergangenen Donnerstag mit dem “Weihnachtsgeschäft” begonnen haben, arbeiten wir fast rund um die Uhr. Ich habe Ganzkörpermuskelkater vom Entladen der riesigen Trucks, die die Geschenke für die Kinder bringen. Aber der Reihe nach…

Das Main hat jedes Jahr zu Weihnachten einen sogenannten “Toy- Drive”. Die Kinder können einen Wunschbrief an Santa Claus schreiben, diese Briefe werden dann an Sponsoren weitergeleitet, die ihrerseits so weit wie möglich die Wünsche der Kinder erfüllen. Dieses Jahr waren es rund 600 Briefe, und mindestens so viele Kids werden dann auch bedacht. Das Ganze artet in eine gigantische logistische Leistung aus…

 


Der Weg zu unseren Zimmern- ein Hindernislauf

Die meisten Sponsoren schicken ihre Pakete bereits in Geschenkpapier verpackt, und fast zwei Tage lang haben wir wie die Kinder das Papier abgefetzt und die Sachen ausgepackt. Wozu soll das gut sein, fragt sich da sicher mancher. Na ja, leider schicken nicht wenige Sponsoren gebrauchte Dinge, denen man es teilweise extrem ansieht. Nach dem Motto- für die Indianer ist es selbst als Weihnachtsgeschenk noch gut genug. So etwas ist wirklich erbärmlich.

Inzwischen haben wir angefangen, die Geschenke auf die jeweiligen Kinder zu verteilen, geordnet nach Familien. Es ist eine unglaubliche Arbeit! Aber wenn man die Kinder kennt, die die Geschenke bekommen, und man findet genau die Dinge, die sie mögen und um die sie gebeten haben, dann ist das ein absolut berauschendes Gefühl und entschädigt für 15 Stunden Arbeit pro Tag. Ich kann es kaum erwarten, die Geschenke zu verteilen und die Gesichter der Kids zu sehen!!

 

Normalerweise unsere Bibliothek…

Das Main befindet sich im Zustand des geordneten Chaos. Überall stehen große Kisten mit den Geschenken, es existieren nur noch schmale Gänge.
Einige Freiwilligen verbringen den Tag damit, die Geschenke nach Wunschzettel zusammenzusuchen, andere mit dem Verpacken der gefundenen Schätze.
Meistens gibt es auch einen netten Menschen, der sich um das leibliche Wohl kümmert.
Alles in allem- es ist höllisch anstrengend, aber es macht auch irre viel Spaß!
Na ja, weniger, wenn ich daran denke, daß es jetzt 11 Uhr abends ist und daß in rund 3 Stunden- also 2 Uhr morgens- der vierte und letzte Truck zum Entladen anrollt…

 

 

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23. Dezember


Das Main

Puh, wir haben es geschafft! Die Wunschlisten sind abgearbeitet, die Geschenke ausgesucht und verpackt. Ich weiß jetzt, warum sich Santa’s Helfer fuer den Rest des Jahres zum Ausruhen ins Bett verziehen… Wir haben mal grob ueberschlagen: wenn rund 600 Kinder jeweils 4 Päckchen (durchschnittlich) bekommen, dann macht das insgesamt rund 2 400 Päckchen!!! Wenn das kein Rekord fuer’s Guiness- Buch ist, dann weiß ich auch nicht…

Im Laufe der vergangenen Tage haben wir eine Art Negativ- Hitliste der gespendeten Geschenke aufgestellt. Ganz vorn rangieren 100 benutzte Tennisbälle, 3 Golfbälle (die waren wenigstens neu, aber wer in aller Welt soll die hier nutzen koennen???), selbstgebrannte CD’s sowie ein Aufbewahrungsset fuer Kontaktlinsen samt gebrauchten Inhaltes (wir wollen mal guten Willens sein und zugestehen, daß dies aus Versehen in Geschenkpapier verpackt und an ein Kind adressiert wurde…). Die diversen gebrauchten Spielzeuge, Puzzles, CD- Player, Kleidungsstuecke usw. sind da schon relativ uninteressant dagegen.


“Geschenke- Einpack- Station” im Flur

Morgen frueh um 8 Uhr werden wir anfangen, die Geschenke bei den Kindern abzuliefern. Etwas zeitig fuer meinen Geschmack, aber naja. Immerhin wollen wir spätestens am 25. Dezember abends fertig sein. Der 26. Dezember ist uebrigens in den USA ein ganz normaler Abeitstag und nicht wie bei uns ein Feiertag.

So richtig Weihnachtsstimmung haben wir nicht, aber irgendwie fehlt es mir auch nicht, das Gewimmel in Stadtzentren, Straßenbahnen oder Kaufhäusern verpasst zu haben. Wobei, zwei groeßere Shoppingtouren haben wir gemacht. Dazu sind wir nach Rapid City gefahren. 3 Stunden hin, 3 Stunden zurueck… Die Leute haben uns immer komisch angestarrt, wenn wir mit unseren zig Einkaufswagen, gefuellt mit 90 Rollen Geschenkpapier, 30 Paar Nike- Schuhen, 57 Winterjacken, 25 CD’s oder 150 Kosmetikartikeln durch die Geschäfte rollten.



Yes, it’s Christmas :-)

Eagle Butte hat sich amerikanisch- weihnachtlich schick gemacht. Viele Leute haben Lichterketten mit tausenden kleinen Lämpchen an ihre Häuser gepinnt. Die blinken dermassen heftig in allen Farben und Rhythmen, daß einem die an schlichte (naja…) deutsche Dekos gewoehnten Augen weh tun. Außerdem stehen ueberall in den Vorgärten beleuchtete Weihnachtsmänner, Engel, Rentiere samt Schlitten und diverse andere weihnachtliche Assesoires herum.
Das Heftigste, das ich bislang gesehen habe, war ein mit hunderten Gluehlämpchen versehenes, lebensgroßes Metallgestell eines Rentiers, das doch Tatsache seinen Kopf hin- und her bewegt. Unter’m Strich kann man also sagen- in Sachen Kitsch stehen die Indianer den uebrigen Amerikanern keinen Deut nach!:-)

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! MERRY CHRISTMAS !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

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6. Januar

Santa packt den Schlitten

Die Tage seit dem 23. Dezember waren so vollgestopft, daß ich gar nicht richtig weiß, wo ich anfangen soll. Am besten mit unseren Geschenke- Touren:

Aufgeteilt in drei “Santa- Teams” sind wir am 24. und 25. Dezember von morgens bis abends durch Eagle Butte gekutscht ( ungefähr die Hälfte der Zeit ging beim Straße- Suchen drauf- hier hält man offenbar nicht so viel von Straßenschildern…) und haben die so mühsam zusammengestellten Geschenke bei den Familien abgeliefert. Man konnte gar nicht so schnell schauen, wie die Kids die Verpackungen abgefetzt hatten und über ihre neuen Spielsachen herfielen. Ich kannte die meisten der Kinder, und manche von ihnen habe ich noch nie mit solch glücklichen Gesichtern gesehen.

Und dazu noch das Wetter- strahlender Sonnenschein und Schnee, glitzernde Eiskristalle überall an den Baueben und Zäunen, einfach wunderschön. Wie kann man Weihnachten besser feiern!

Merry Christmas!

Ich weiß nicht mehr, wie viele Häuser ich an den beiden Tagen gesehen habe, aber die Unterschiede sind mir sehr in Erinnerung geblieben. Da gab es Familien, unter deren Weihnachtsbäumen sich die Geschenke türmten, schon bevor wir dort eintrafen. Da standen Fernseher halb so groß wie eine Kinoleinwand. Und dann gab es Familien, die sich nicht mal einen künstlichen Weihnachtsbaum leisten konnten, die kaum Möbel besitzen, deren Haus so klein und deren Kinderzahl so groß ist, daß die Betten selbst im Wohnzimmer stehen müssen. Familien, deren Kinder bei jedem ausgepackten Geschenk- und sei es noch so klein- mit Unglauben in der Stimme riefen: “Genau DAS habe ich mir gewünscht!”. Familien, die Kinder ab ca. 13 Jahren abwärts haben und von denen wir zu hören bekamen: “Das ist das erste Mal, daß Santa durch diese Tür tritt.” und “Danke. Ihr habt meine Kinder heute so glücklich gemacht!” Relativ spät abends am 24. Dezember hatte “mein” Santa- Team zwei solcher Familien direkt hintereinander. Ich weiß es klingt kitschig- aber eine dritte hätten wir nicht verkraftet, ohne loszuheulen.

Weihnachten läuft hier übrigens fast ab wie in Deutschland.
Allerdings werden die Geschenke unter den Baum gelegt und erst am 25. Dezember geöffnet. Aber ansonsten- Weihnachtsbäume, Weihnachtsbraten (Ham oder Turkey oder wofür das Geld gereicht hat), Gottesdienst usw.- alles wie bei uns.

Die Zeit nach Weihnachten war fast genauso arbeitsreich wie die davor: Nach dem Geschenkeverteilen kam das große Aufräumen, und das hat einige Tage gedauert. Nach dem großen Aufräumen kam das große Umfallen: Ausschlafen, Fernsehen, Nichtstun. Und dann kam Silvester. Mehr dazu beim nächsten Mal (falls die seit Ewigkeiten geschlossene Bibo mal wieder aufmacht…). Eins kann ich jetzt schon sagen: Mein Weihnachten hier war ungewöhnlich, aber Silvester war auch nicht gerade alltäglich!

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8. Januar

Silvester in Eagle Butte ist Silvester auf dem Lande… Großes Feuerwerk gibt es hier nicht, das wusste ich von Anfang an. Die Knallerei ist eher dem 4. Juli vorbehalten. Mit allgemeinen Parties sieht es nicht viel anders aus. Was also tun, wenn man ein verwoehnter Stadtmensch ist, der den letzten Abend des Jahres nicht in Langeweile versauern will? Das gleiche wie zu Hause auch: Man tut sich mit Freunden zusammen.

Und so landete ich gemeinsam mit zwei anderen Freiwilligen auf der Ranch eines Freundes, der ganz begeistert war, dass ausser seiner Frau und seinem Cousin noch ein paar andere Leute zum Kartenspielen zur Verfuegung standen. Kartenspielen scheint hier allgemein eine beliebte Abendbeschäftigung zu sein.


Katzenrettungsaktion

Am Anfang war ich ja skeptisch, aber ich muß zugeben: ich hatte echt ne Menge Spaß. Irgendwann gegen Mitternacht wurden lustige Huetchen und ein paar vereinzelte Knaller ausgegraben. Dazu Luftschlangen made in Germany. Die sorgten besonders fuer Erheiterung, hatten doch unsere Gastgeber seit Jahren ratlos vor diesen Dingern gestanden und sie immer wieder in der Kiste vergraben. Da mußte erst eine Deutsche daherkommen und ihnen zeigen, wie das Ganze funktioniert. :-)
So ganz genau wußten wir nicht, wann Mitternacht war, weil alle Uhren, die uns zur Verfuegung standen, verschiedene Zeiten anzeigten. Mit einer Differenz von stolzen 20 Minuten. Also beschlossen wir einfach irgendwann, den Countdown zu starten und das neue Jahr einzuläuten. Das begann dann auch gleich mit einer guten Tat: auf dem Holzstapel vor dem Haus saß eine Katze. Stocksteif und wie angewurzelt. Anstelle ihres Kopfes ein- Mayonnaiseglas!!! Die arme Katze steckte total fest!!!
Es klingt nicht besonders komisch, aber die Situation war echt zum Schießen. Nachdem wir uns einigermaßen beruhigt hatten, packte mein Freund das arme Ding und versuchte, das Glas irgendwie abzuschrauben.
Kein Erfolg…
Wir dachten schon, er bricht der Katzte aus Versehen das Genick, doch dann zog er mit aller Macht und Mieze war frei. Ein kurzer Moment der Verwirrung, dann rannte sie davon wie von boesen Geistern besessen.

Nach unserer Katzenbefreiungsaktion ließen wir noch paar Knaller steigen und gingen wieder zurueck ins Haus, um unsere heißgespielten Karten nicht auskuehlen zu lassen und um ein paar Runden zu wuerfeln. Gegen 4:30 waren wir dann zu Hause- gar nicht mal so uebel fuer Silvester in der Pampa, oder?!


Dezemberabend

Oh, eins ist noch ganz lustig: der Cousin meines Freundes war Ende der 70er fuer 5 Jahre als Soldat in Deutschland stationiert und erzählte eine Menge lustiger Geschichten, die ihm als Indianer bei den indianerverrueckten Deutschen passiert sind. Einmal z. B. nahm ihn ein Kumpel mit in einen kleinen Ort in der Nähe von Stuttgart, wo ein riesiges Indianer- und Military- Camp aufgebaut war, organisiert von diversen Indianistik- und Enactment- Gruppen. Dave meinte, er habe fast einen Herzinfakt gekriegt, als vor ihm ploetzlich die vielen Tipis auftauchten. Und zig Hundert Leute in original Klamotten zu sehen, wie sie da so ohne jegliche Annehmlichkeiten moderner Zivilisation lebten, das erschien ihm reichlich komisch. Er war der einzige echte Indianer unter all den anderen Indianern und Soldaten, und das war- so erzählte er- eine verdammt irritierende Angelegenheit. Zumal ihn alle behandelten wie eine heilige Kuh. Aber Spaß hatte er offensichtlich trotzdem.

 

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9. Januar


Eagle Butte

Bevor ich heute Nacht in meinen heißerwarteten Urlaub losdüse (Reno und San Francisco), muß ich noch etwas über meinen Jahresbeginn schreiben. Der war nämlich ein echter Knaller!!

Chris - ein Freiwilliger im Main- wollte unbedingt eine Schwitzhüttenzeremonie (Sweat) besuchen. Am Morgen des 2. Januar waren wir in der Bibliothek, als dort das Telefon klingelte. Der Anruf war für mich und Chris, am anderen Ende unser Freund, mit dem wir Silvester verbracht hatten. Er hatte eine Sweat für uns organisiert bzw. uns einen Platz bei einer geplanten Zeremonie “besorgt”.

Chris, der den Anruf entgegengenommen hatte, sagte zu mir: “Wir werden gegen 5 (17:00 Uhr) abgeholt und fahren raus zu Arvol Looking Horse. Dort haben wir die Sweat.” Ich dachte zuerst, er will mich veräppeln. Arvol Looking Horse ist nämlich nicht irgendwer, der einfach mal so ein paar Weiße zu einer Sweat einlädt. In seiner Familie wird seit 19 Generationen die heilige Pfeife der Sioux- Stämme aufbewahrt (die Geschichte dieser Pfeife ist unter Legenden zu finden), und er ist der gegenwärtige “Keeper”. Das macht ihn zu einem spirituellen Führer seines Volkes, und er ist weit über die Grenzen der USA hinaus bekannt. An einer von ihm geleiteten Schwitzhüttenzeremonie teilnehmen zu dürfen ist etwas Megabesonderes. Eigentlich so ziemlich das Gleiche, wie einen vom Papst geleiteten Gottesdienst zu besuchen!


Eagle Butte im Schneesturm

Die Schwitzhüttenzeremonie bedeutet für die Lakota das gleiche wie ein Gottesdienst für Christen. Sie ist eine Reinigung von Körper und Geist und steht oft vor anderen Zeremonien wie dem Sonnentanz. Sie dauert unterschiedlich lange, meistens jedoch um die zwei Stunden. Über vier Runden hinweg- unterbrochen durch kurze Pausen, in denen der Türvorhang gehoben wird, um die kühlende Nachluft hereinzulassen- wird in der völlig dunklen, flachen, kreisrunden Hütte gesungen, getrommelt und gebetet. Man muß bereit sein, sich fallen zu lassen, seinen Kopf freizumachen, sich dem Rhythmus der Stimmen und Trommeln hinzugeben- dann spürt man die Hitze kaum und alle Sinne verbinden sich auf eine Weise, die man mit rationalen Begriffen nicht erklären kann. Ich habe mehrere Sweats mitgemacht, jede einzelne war eine faszinierende Erfahrung.

Wie hätte ich das neue Jahr besser beginnen können als mit einer solchen Zeremonie!

 

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23. Januar


Eagle Butte

Eagle Butte hat mich wieder! Und empfängt mich “freundlicherweise” mit den kältesten und stürmischsten Tagen des bisherigen Winters… Das Thermometer zeigt minus 25 Grad Celsius, dazu kommen noch einmal mindestens 20 Windchill- Minusgrade.

Ganz schoen kalt, aber relativ erträglich, wenn man warm eingepackt ist. Das Atmen fällt allerdings etwas schwer. Irgendwie hat man das Gefuehl, als ob die Nasenfluegel zusammenkleben, und die Lunge benimmt sich, als ob sie die kalte, trockene Luft sofort wieder loswerden will- man kann gar nicht richtig tief einatmen. Der eisige Wind ist schlimmer als die eigentliche Kälte- er kommt aus allen Richtungen und jagt den Schnee durch die Gegend, daß man kaum bis zum nächsten Haus sehen kann. Winzige Eiskluempchen pfeifen durch die Luft wie Munition. Sie peitschen ins Gesicht und setzen sich in den Wimpern fest, kleistern sie zusammen- man kann kaum mehr aus den Augen sehen.

Also doch nicht unbedingt so erträglich, wenn ich es mir recht ueberlege...


Eiskristalle am Gartenzaun

Die Stadt hat so ziemlich dicht gemacht- Schule, College und Bibliothek sind geschlossen. Nur wer unbedingt raus muß, wagt sich in Kälte und Sturm. Im Main ist es ruhig, die kids sind alle zu Hause geblieben. Wir kämpfen mit dem Heizsystem, das mal wieder seinen eigenen Kopf hat und ausgerechnet die Räume wärmt, die wir nicht brauchen. In der Kueche liegt Schnee. Naja, uebertrieben… Durch die Ritzen der Tuer hat es hereingeweht, und jetzt liegt der Schnee dort und hält sich schon den ganzen Tag. So wie frueher auf dem Fensterbrett im Studentenwohnheim. :-)

Nach dem feuchten Meeresklima in San Francisco wird mir wieder einmal bewußt, wie extrem trocken die Luft hier ist. Die Folgen: häufiges Nasenbluten, trockene und rissige Haut, verschwollene, rote Augen. Allergischer Schnupfen und Husten. Ich habe inzwischen jede Jahreszeit in South Dakota erlebt, und ich denke, daß man die Trockenheit am stärksten im Winter spuert. Winter heißt hier: kann im September beginnen und bis Mai dauern. Es ist definitiv die härteste Zeit des Jahres, und sie dauert EWIG...

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12. Februar

Schneesturm

Drei Abende hintereinander bin ich jetzt- wegen der Kälte angehost wie ein Michelinmännchen- zur Bibliothek geschlittert. Jedes Mal mit dem gleichen Ergebnis: geschlossen…

Eigentlich wollte ich ja schreiben, dass es nichts zu schreiben gibt, weil hier alles im tiefsten Winterschlaf liegt und so überhaupt nix passiert. Leider ist das seit dem Wochenende hinfällig. Am Samstagabend gab es den zweiten Selbstmord in diesem Jahr. Ein 16-jähriger Junge in einem kleinen Ort hat sich erschossen. Und in der gleichen Stunde gab es noch einen weiteren Suizidversuch. Meine Chefin nimmt so etwas immer sehr mit, deshalb hat sie die Leute von der Selbstmord- Prävention angerufen, um ein paar Zahlen zu erfahren. Das Ergebnis ist schockierend: Im vergangenen Jahr gab es auf der Reservation 17 Suizide. So schlimm es ist, ist das doch “nur” die Zahl der vollendeten Selbstmorde. Die Zahl der Versuche ist sogar noch dramatischer: drei bis sieben PRO WOCHE!!!!!

Und weil wir gerade bei Zahlen sind: Laut einer Statistik des Indian Health Services von 2002 ist die Selbstmordrate unter Indianern 72% höher als bei der generellen amerikanischen Bevölkerung. Und: Während normalerweise die Mehrheit der Selbstmörder 74 und älter ist, sind es bei den Natives vor allem die 15 bis 34-jährigen, die sich das Leben nehmen.

Und noch eine schockierende Zahl (Quelle: Indian Health Services): Die Zahl der Todesfälle, die mit Alkohol im Zusammenhang stehen, sind unter Indianern 7 mal so hoch wie bei der Amerikanern allgemein…

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26. Februar

Zu Hause bin ich fast nie krank, hier nehme ich jedes Mal mit, was ich kriegen kann (und was die kids so verteilen…). Bis jetzt hat sich das meistens auf Erkältungen und Magensachen beschränkt, aber diesmal hat es mich doch etwas heftiger erwischt: Angina. Es ging mir so übel, dass ich zum Arzt gehen wollte, doch das erwies sich als nicht so einfach. In Eagle Butte gibt es zwar ein Hospital, doch das ist ausschliesslich Indianern bzw. Angehörigen des Stammes vorbehalten. (Stammesmitglied ist jeder, der mindestens zu einem Vierundsechzigstel Cheyenne River Sioux ist. Das ist eigentlich so gut wie gar nichts, weshalb hier Leute als Stammesmitglieder gelten, die Weisser aussehen als ich. Jeder Stamm hat allerdings seine eigenen “Blut”kriterien, und die wenigsten sind so grosszügig wie Cheyenne River. ) Weisse werden im Hospital nicht behandelt, ausser in absoluten Notfällen, in denen man die Leute schlecht wieder wegschicken kann. Es gibt noch eine zweite Praxis- offen für jeden- mit einer einzigen ärztin. Und das sind schon mal alle Möglichkeiten, die man auf der Reservation für einen Arztbesuch hat.

Meine Chefin rief also in der Praxis für die “general public” an. Keine Chance. Die waren absolut zu mit Terminen und nicht einmal bereit, mich irgendwo dazwischen zu schieben. Blieb nur noch das IHS- Hospital ( IHS = Indian Health Service). Nun hat dieses Krankenhaus ( man stelle sich nicht zu viel darunter vor- es ist winzig!) einen ausgesprochen schlechten Ruf. Einen GANZ ausgesprochen schlechten Ruf. Was die Qualität der ärzte ( wer praktiziert schon freiwillig mitten in der Pampa und noch dazu auf einer Indianerreservation…) und der Behandlung betrifft. Da zirkulieren ziemlich heftige Geschichten.

Okay, wie auch immer- ich war an einem Punkt, an dem mir das alles egal war. Nur- war ich Notfall genug, um als Patientin akzeptiert zu werden? Glücklicherweise arbeitet der Bruder meiner Chefin im Krankenhaus, und dank seiner Hilfe sass ich wenig später im Warteraum, um dann von einem Arzt behandelt zu werden, der ganz augenscheinlich sein Rentenalter bereits überschritten hatte. Einmal in den Hals geguckt, zweimal abgetastet, und schon war ich wieder draussen. Mit meiner Diagnose. Ich war ein wenig verwundert- dunkle Kindheitserinnerungen suggerierten mir, dass Ärzte eigentlich einen Test im Labor machen lassen, bevor sie dich mit Angina diagnostizieren und Antibiotika beschiessen. Aber ich will mal nix sagen- der gute Mann scheint auch ohne Test die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Ich nehme artig mein Penicillin und es geht mir schon viel besser…

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3. März

Ich kann es kaum glauben, nur noch zwei Tage, und dann heißt es- zurück nach Deutschland. Vier Monate auf der Rez, vergangen wie im Fluge. Der Gedanke, mich bald von meinen Freunden verabschieden zu müssen, macht mich traurig. Einigen habe ich bereits einen letzten Besuch abgestattet. Sie haben mich mit Geschenken verwöhnt- mit selbst genähten Kissen, indianischem Schmuck, wunderschönen Perlenarbeiten und Kaffee. Indianer lieben Kaffee, vor allem, wenn er ordentlich stark ist.

Commodities

Ich hatte einige deutsche Süssigkeiten über Weihnachten gerettet, das waren meine Abschiedsgaben. Bescheiden, aber ein ausgesprochener Erfolg. Indianer lieben nicht nur Kaffee, sondern auch alles Süße. Was eigentlich gar nicht so gut ist, denn Diabetes ist ein echtes Problem, selbst schon bei Kindern. Ursachen sind unter anderem der weitreichende Alkoholmissbrauch und die schlechte Ernährung. Zwar gibt es im Supermarkt alles zu kaufen, aber die Preise dort sind noch höher als die ohnehin schon recht gepfefferten amerikanischen Lebensmittelpreise. Das können sich nicht so viele leisten, zumal fast jede Familie eine Großfamilie ist. Der Staat spendiert einmal monatlich Lebensmittel, die sogenannten „commodities“, aber die sind nicht gerade von toller Qualität. Dosenfutter und Trockenprodukte... Dazu gibt es Lebensmittelmarken und Unterstützung von der schon einmal erwähnten Food Pantry. Fakt ist- auf der Reservation geht niemand an Hunger zugrunde, aber besonders gesund ist die Ernährung eben nicht. Das merke ich auch an mir selbst. Nicht umsonst nehme ich hier jeden Bazillus mit, der gerade mal kurz um die Ecke schaut.

Es ist noch einmal ordentlich kalt geworden, minus 18 Grad Fahrenheit. Das sind fast minus 30 Grad Celsius. Glücklicherweise weht kaum Wind. Vor ein paar Tagen bin ich spazieren gegangen, weil ich das Gefühl hatte: Mensch, es ist ja gar nicht so kalt heute! Dann kam ich an einem Thermometer vorbei, und das zeigte minus 15 Grad Celsius an. Da hab ich nicht schlecht gestaunt! So gewöhnt man sich eben an alles.

Eagle Butte

Heute habe ich mich überreden lassen, abends zu einem Basketballspiel in die High School zu gehen. Basketball ist auf der Reservation DER Sport schlechthin. Ich verstehe zwar so gut wie gar nichts davon, aber was ich die Kids aller Altersgruppen manchmal so habe auf den Strassen mit dem Ball zaubern sehen, das war schon sehr beeindruckend. Das Main veranstaltet im Sommer das sogenannte „Midnight Basketball“. Zweimal pro Woche über die Sommermonate hinweg auf dem Parkplatz der High School, von 10 Uhr abends bis 2 Uhr morgens. Dazu werden mehrere Spielfelder aufgebaut, es gibt Snacks und Getränke und am Ende ein richtiges Turnier mit guten Preisen (den bei den Kids ausgesprochen begehrten Nike- Sachen z.B.). Es ist ein riesiger Erfolg. Grundidee dieser Veranstaltung ist es nämlich nicht nur, der sonst so vernachlässigten Jugend etwas zu bieten, sondern die jungen Leute zwischen 13 und Anfang 20 nachts von der Strasse wegzuholen. Es gibt zwar ein sogenanntes Curfew- eine Ausgangssperre für alle unter 18 ab 10 Uhr abends- aber das hindert nur wenige daran, auch danach noch die Gegend unsicher zu machen und Dummheiten anzustellen. Aber in den Nächten, in denen das Midnight Basketball stattfindet, registriert die Polizei wesentlich weniger Unruhe und Straftaten als sonst.

Noch zwei Tage...

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16. März

Deutschland hat mich wieder...

Die Großstadt entnervt mich mit ihrem Gestank, den vielen Menschen und Autos. Mit ihrer Enge und ihrer Geschwindigkeit. Es wird eine Weile dauern, bis ich mich wieder daran gewöhnt haben werde. Eher notdürftig, fürchte ich allerdings, denn bei jeder Rückkehr nach Deutschland vermisse ich sie ein Stückchen mehr- die Sterne, die Sonnenuntergänge, die Weite der Prärie. Und die Menschen. Die verstehen sowieso schon lange nicht mehr, wieso ich immer wieder nach Deutschland zurück fahre, wenn es mir bei ihnen doch so gut gefällt. Tja, gute Frage...

Mit dem Ende der Reise schließt sich auch das Tagebuch. Herzlichen Dank fürs Lesen, für das große Interesse, die vielen Mails. Schaut mal wieder vorbei, ich würde mich freuen. In diesem Sinne- toksa ake- bis wir uns wiedersehen.:-)

Sabine

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